Schwammregion setzt auf dezentrale Maßnahmen für mehr Wasserrückhalt
Die ARGE Solidarischer Hochwasserschutz e.V. setzt auf Zusammenarbeit und Beteiligung für einen klimaangepassten Umgang mit Wasser
Der Umgang mit Wasser muss neu gedacht werden. Genau hier setzt die Schwammregion an. Ihr Ziel ist es, Wasser nicht möglichst schnell abzuleiten, sondern mit vielen kleinen, dezentralen Maßnahmen in der Fläche zu halten, versickern zu lassen und zu speichern. So soll die Region widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.
Rund 60 Teilnehmende aus verschiedenen Fachbereichen kamen am 17. April 2026 zum Vernetzungstreffen der Schwammregion im Landratsamt Pfaffenhofen zusammen. Dabei wurde deutlich: Wirksamer Wasserrückhalt gelingt nur gemeinsam. Gefragt sind Lösungen für Landschaft, Siedlung und Bewirtschaftung. Das funktioniert nur, wenn Akteure über Gemeindegrenzen hinweg zusammenarbeiten. Genau diese Zusammenarbeit will die Schwammregion stärken.
Fachliche Impulse lieferten Dr.-Ing. Sonja Teschemacher mit einem Vortrag zu den Möglichkeiten und Grenzen des dezentralen Hochwasserrückhalts, Stefanie Buchner von der Initiative boden:ständig mit Maßnahmen im Bereich Wasserrückhalt sowie MdL Christian Hierneis mit einer fachlichen Einordnung des Themas. Dabei ging es nicht nur um technische und fachliche Fragen, sondern auch um die Bedeutung gemeinsamer Prozesse in der Region. „Die ARGE schützt nicht nur vor Hochwasser. Sie stärkt auch unsere Demokratie“, betonte Christian Hierneis mit Blick auf die interkommunale Zusammenarbeit und die Beteiligungsprozesse vor Ort.
Die Schwammregion ist Teil des bayerischen Aktionsprogramms Schwammregionen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Bayernweit wurden zehn Regionen ausgewählt. Eine davon ist die Schwammregion der ARGE Solidarischer Hochwasserschutz e.V.. Das Projektgebiet umfasst neun Kommunen in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm: Manching, Baar-Ebenhausen, Reichertshofen, Hohenwart, Waidhofen, Berg im Gau, Schrobenhausen, Aresing und Gachenbach.
Im Kern der Schwammregion geht es darum, Regenwasser dort zurückzuhalten, wo es fällt. So sollen der Wasserhaushalt gestärkt, die natürliche Speicherfähigkeit verbessert und die Grundwasserneubildung gefördert werden. Auch Retentionsräume, Entsiegelung und Biodiversität spielen dabei eine wichtige Rolle. Der Ansatz reicht von Versickerungsmulden, offenen Wasserführungen und wasserdurchlässigen Belägen bis hin zu Dachbegrünungen, Erosionsschutzstreifen und strukturreichen Flächen.
„Wir müssen weg von der Vorstellung, Wasser möglichst schnell abzuleiten. Entscheidend ist, Wasser dort zu halten, wo es fällt. Genau darin liegt die Stärke der Schwammregion. Viele kleine, dezentrale Maßnahmen können in ihrer Summe viel bewirken“, betonte Darleen Scharfenberger, Schwammregion-Managerin.
Das Vernetzungstreffen hat gezeigt, dass in der Region fachliches Know-how, konkrete Ansatzpunkte und Bereitschaft zur Zusammenarbeit vorhanden sind. Die Schwammregion will diesen Weg weitergehen. Mit praktischen Maßnahmen, fachübergreifendem Austausch und dem klaren Ziel, den natürlichen Wasserhaushalt in der Region langfristig zu stärken.
Bild 1: Albert Gürtner, Landrat und 1. Vorsitzender der ARGE Solidarischer Hochwasserschutz e.V., begrüßte rund 60 Teilnehmende zum Vernetzungstreffen der Schwammregion.
Bild 2: Darleen Scharfenberger, Projektleitung der Schwammregion, stellte beim Vernetzungstreffen die Ziele und Schwerpunkte der Schwammregion vor.
Bild 3: Thomas Assenbrunner (Mitarbeiter des ARGE-Kernteams) im Austausch mit Teilnehmenden während des Workshops.
Bildquellen: Thomas Assenbrunner & Maximilian Vogl


